Themen

"Das ist ein Verrat" - Interview mit Professor Spyros Marketos

spyros marketos.jpg 916636689

Wenige Tage vor der ersten Abstimmung über das neue Austeritätsprogramm gegen Griechenland gab der bekannte Wissenschaftler Spyros Marketos dem Fersehsender teteSUR ein bemerkenswertes Interview. Marketos hält die jüngsten Absprachen von Alexis Tsipras mit der TROIKA für blanken Verrat und begründet dies mit zahlreichen, bisher kaum bekannten Fakten.

Professor Spyros Maketos lehrt an der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Er ist ein Mitglied der Wahrheitskommission für die Staatsschulden und ein Mitglied der Antarsya.

Joshua Tartakovsky (JT): Professor Spyros Marketos, wie reagieren die meisten Menschen in Griechenland auf das Memorandum? Offensichtlich sind die Leute links von Syriza oder sogar innerhalb von Syriza nicht glücklich. Aber gilt das auch für die überwiegende Mehrheit der Menschen, die in der Volksabstimmung mit Nein stimmten ? Und was sagen die Medien zu diesem Abkommen?

Spyros Marketos (SM): Ich kann hier nur meine eigenen Eindrücke wiedergeben. Wir haben dafür zwar keine belastbaren Daten, aber die erste Stimmung scheint eine Art Schockstarre der Öffentlichkeit zu sein. Die Leute haben sich wirklich nach der letzten Volksabstimmung sehr gefreut. Nach all dieser Freude, diesem Sieg, folgte die vollständige Umkehr der Regierung und die Menschen verließ die Freude und es wurde zur Qual.

Die Menschen können es noch immer nicht wirklich glauben, was gerade geschehen ist. Es gibt einen hohen Prozentsatz von Leuten, die darüber ungläubig  sind, was passiert, aber es gibt andere, die sehr wütend sind, denn dies ist nicht das erste Mal, dass so etwas in Griechenland passiert.

Papandreou wurde gewählt, weil er versprach, Geld zu beschaffen, aber er verhängte das erste Memorandum. Samaras wurde aufgrund seines Anti-Memorandums gewählt und er verhängte das zweite Memorandum. Jetzt ist Tsipras mit dem Versprechen, die Memoranden zu zereißen, gewählt worden und nun bringt er das dritte Memorandum.

Deshalb sind die Leute jetzt bei Weitem nicht mehr so leichtgläubig und naiv, wie sie es zuvor gegenüber den Vorgängerregierungen waren. Zweitens, die Menschen wissen, dass der Weg mit dem Memorandum nur in eine Katastrophe führt. Sie haben nicht dieselbe Hoffnung, die viele von ihnen noch zu der Zeit des Papandreou oder Samaras hatten.

Drittens sind die Menschen müde von der pro-Euro-Propaganda. Die Aktionen der Troika, vor allem in den letzten fünf Monaten, entfremdete viele Menschen, vor allem entlang der Klassengrenzen und Generationen. Je ärmer man ist und je jünger die Befragten sind, desto weniger glauben sie, dass das, was Herr Schäuble will, eine Lösung für sie ist.

JT: Was würden Sie denen entgegnen, die behaupten, dass Ministerpräsident Tsipras keine andere Wahl hatte, als die Vereinbarung zu akzeptieren, dass ein Grexit zu gefährlich gewesen wäre und dass er deshalb einen Kompromiss machen musste. Wie würden Sie darauf antworten?

SM: Das ist ein sehr falsches Argument! Es ist eine traurige Tatsache, dass Tsipras die Menschen schon vor dem Referendum verraten hat. Er hat sie nicht erst durch die Unterzeichnung des dritten Memorandum verraten, das stand von vornherein fest. In den fünf Monaten seiner Amtszeit, tat Tsipras nichts, um auch nur einen Plan für den Fall eines Grexit vorzubereiten. Er hätte einen Plan machen müssen. Er hat nichts in dieser Richtung unternommen!

Es gibt ja das Varoufakis Interview in der Zeitschrift New Statesman von gestern, wo er offen Tsipras beschuldigt und sagt, dass Tsipras ihm nicht erlaubte, einen Grexit Plan zu entwickeln. Er sagte das deutlich. Es ist auch sehr bemerkenswert, dass Tsipras zwar die Volksabstimmung ankündigte. Er hat aber nicht auf den Sieg des Neins gesetzt, wie er behauptete.

Nein. Er machte das absolute Minimum. Und seine Minister waren ebenfalls abwesend. Sie verbrachten den ganzen Tag bei irgendwelchen TV-Sendern, aber in der Woche vor dem Referendum schwiegen sie. Sehr wenige von ihnen liessen sich blicken. Nur Lapavistas, George Katrougalos, und ein paar andere.

JT: Aber Tsipras ging und sprach doch direkt vor dem Referendum auf den Syntagma Platz zu den Leuten! Und er hat ihnen gesagt, wie sie stimmen sollten.

SM: Ja, das ist, was er tat. Er konnte nicht anders. Aber er tat das absolute Minimum. Das macht es sehr offensichtlich, dass er sich in Wirklichkeit ein Ja erhoffte.

Was ich noch beeindruckender fand und was nicht genug kommentiert wurde, war, dass Tsipras nach dem Sieg des Nein-Lagers verschwunden war. Er wollte nicht zu den Menschen zu gehen. Er hat nicht die normalen Dinge gemacht, die man von einem Politiker nach jedem Sieg erwarten würde. Siegreiche Politiker gehen zu den Menschen, denen sie ihre Botschaft weitergeben wollen. Sie übergeben ihnen ihre Glückwünsche und feiern mit den Leuten den Sieg. Aber Tsipras ist verschwunden.

Und auch die meisten anderen Minister der Regierung waren verschwunden. Ihr Verhalten war das Verhalten von jemandem, der das Referendum verloren hat, nicht von jemandem, der das Referendum gewonnen hat. So stand von vornherein fest, dass sie dem Schäuble-Merkel Druck nachgeben.

Als die Tsipras Delegation in die Euro-Gruppen Sitzung ging, war es unvorbereitet. Sie führten keinen schweren Kampf. Und nach all dem kommt Tsipras zurück und bittet die Leute ohne Begründung, diesen Ausverkauf zu akzeptieren. Er hatte nichts zu bieten. Kein Argument. Er denkt, dass wir alle vergessen haben, was er vor fünf Monaten angekündigt hatte, das Memorandum zu  zerreißen. Er sagte stattdessen nur "Ok, ich tat, was das Beste ist". Und wenn es so ist, kann er nur die Regierung verlassen.

JT: Wie würden Sie reagieren auf das Argument, dass Tsipras tat, was er tat, weil die meisten Griechen im Euro bleiben wollen und dass er deshalb kein Mandat hat, den Euro zu verlassen?

SM: Es war ganz klar, dass 61,3 Prozent der Wähler, die in der Volksabstimmung mit NEIN stimmten, dies in voller Kenntnis der Tatsache taten, dass fast jeder ihnen sagte, dass Grexit die Folge wäre. Trotzdem stimmten sie mit NEIN. Dies war ein Referendum, es war keine Gallup-Umfrage!

Jeder in der Regierung und in den Medien tut inzwischen so, als ob es nur eine Gallup-Umfrage gewesen ist. Eine Umfrage, die schon wieder verschwunden ist, so dass wir nicht mehr darüber reden müssen. Sie versuchen, die Menschen zu vergessen zu lassen! Aber die Menschen vergessen die Volksabstimmung nicht. Sie wussten, dass die wahrscheinliche Folge eines Nein ein Grexit wäre und trotzdem haben sie mit NEIN gestimmt. Und auch Tsipras erklärte dies zu einem bestimmten Zeitpunkt.

JT: Können Sie mir bitte die neuesten Nachrichten von dem, was vor sich geht, mitteilen und - noch wichtiger - wie die Mehrheit der Menschen, die Menschen nicht auf der linken Seite von Syriza, sondern die meisten Menschen die letzte Vereinbarung sehen, die aber noch nicht verabschiedet wurde .

SM: Die neuesten Nachrichten bringen große Hoffnung. Es sollte eine Sitzung des Zentralkomitees der Syriza heute sein, aber sie wurde verschoben. Es scheint, dass die führende Gruppe, die Verräter, wie sie der Rest der Linken bereits nennt, nicht die Mehrheit im Zentralkomitee der Syriza haben, aber wir werden sehen, was passiert, wenn die Zeit kommt.

Auch der rechte Koalitionspartner, die Unabhängigen Griechen, sagen, dass sie nicht für die Maßnahmen stimmen. Das ist doppelt bedeutsam, wenn sie das wirklich so machen. Zum Einen, weil damit die "New Memoranda Allianz" geschächt wird. Zum Anderen auch, weil, wenn die Unabhängigen Griechen Widerstand gegen die neuen Maßnahmen leisten, sich die rechte Opposition gegen Sparmaßnahmen in Reaktion auf die Vereinbarung nicht in Richtung Goldene Morgenröte verlagert, die sonst die Hauptnutznießer des Tsipras Politik wäre. Sie können stattdessen die Unabhängigen Griechen wählen.

So scheint es, dass es nicht so einfach für die Tsipras - Leute ist, die Maßnahmen im griechisches Parlament durchzusetzen. Der Widerstand, auf den sie in ihrer eigenen Partei treffen, ist viel größer als es Tsipras erwartet hat. Genau wie das, was mit der Volksabstimmung geschehen ist. Sie hatten nicht erwartet, dass das NEIN gewinnen würde.

 

JT: Muss Tsipras den Vertrag durch das Zentralkomitee der Syriza absegnen lassen?

SM: Nein, das muss er nicht. Aber es ist etwas Anderes, was sie im Zentralkomitee tun und was sie im Parlament tun. Im Parlament werden sie die Maßnahmen nicht passieren lassen können, ohne die Unterstützung der rechtsgerichteten Abgeordneten der Nea Dimokratia, Potami und Pasok. Aber in diesem Fall, wird es sehr schwierig sein, Syriza zusammen zu halten. Es scheint, dass ein großer Teil der Abgeordneten von Syriza, viel größer als erwartet, rund 75 Abgeordneten, so scheint es, mit NEIN stimmen wird. Und das ändert völlig die politischen Lage, da es sehr wahrscheinlich ist, dass die Parteiorgane nicht den Ausschluss der Linken Opposition beschließen. Eher wird das Tsipras pro-Memorandum Lager von Syriza ausgeschlossen werden.

Und es würde beweisen, dass diejenigen, die die neue Vereinbarung unterstützen, nur eine Gruppe von 40 oder 50 Menschen sind, die Tsipras hinter sich hat. Es ist sehr eindrucksvoll, dass viele Menschen, von denen man erwarten würde, dass sie diese Vereinbarung unterstützen, sich tatsächlich sehr offen gegen sie aussprechen. Es überraschte mich, und ich nehme an, dass es Sie auch überrascht.

JT: Was wird in den nächsten Tagen erwartet? Es ist ein Streik für Mittwoch geplant, die Abstimmung im Parlament ist auch am Mittwoch, die Banken sind noch geschlossen. Also, was glauben Sie, wird in den nächsten Tagen geschehen, und wie sehen Sie die Entwicklung, die jetzt vor sich geht?

SM: Ich denke, es ist offensichtlich, dass die Banken nicht öffnen werden, bevor wir eine Lösung des Konflikts auf die eine oder andere Weise haben. Deshalb werden sie nicht öffnen, bevor die Regierung den Troika-Plan in Kraft setzt, was ich immer unwahrscheinlicher finde.

JT: Aber können sie die Maßnahmen nicht mit der Opposition Pasok und Neue Demokratie im Parlament durchkriegen?

SM: Natürlich, sie würden es schaffen, sicherlich. Sie würden die Maßnahmen beschließen. Aber es ist eine Sache, für bestimmte Gesetze zu stimmen. Es ist eine andere Sache, sie umzusetzen. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass, wenn sie versuchen würden, es zu tun,  die Syriza Regierung am Ende mit de Hubschrauber flüchten müsste.... es wäre sehr schwer die Gesetze durchzusetzen und sie Wirklichkeit werden zu lassen. Die soziale Reaktion wird enorm sein.

Sie müssen nur die Bestimmungen des Abkommens anschauen. Die werden eine soziale Explosion auslösen. Wahrscheinlich war dies eines der Ziele von Herrn Schäuble und Bundeskanzlerin Merkel. Sie wollen die Linken in Griechenland für immer diskreditieren. Deshalb müssen wir die Dinge beim Namen und einen Verrat einen Verrat nennen.

Wir dürfen ihnen nicht den Vorteil des Zweifels bieten. Tsipras und seine Leute verrieten alles, für das sie bis gestern standen. Sie verraten alles, für das die Linke steht und stand. Das dürfen wir nicht ausblenden.

Wenn wir das unter den Teppich kehren, wird die gesamte Linke unter ihrem Verrat zu leiden haben. In der Tat, mit jedem Tag, scheint es, dass nicht nur die Wähler und die Anhänger der Linken, sondern auch die Kader der Syriza vor dieser Wahl stehen.

JT: Angenommen, die Regierung versucht, die Vereinbarung umzusetzen: Dann sagten Sie, werden sie sehr schnell in Schwierigkeiten kommen. Können Sie mir bitte ein Beispiel oder zwei Beispiele geben über die Art von Schwierigkeiten, auf die sie stoßen können? Und was würde Deutschland in dem Fall tun? Es könnte stattdessen mehr und mehr Vermögenswerte des Landes nehmen.

SM: Niemand weiß, was passieren wird. Ein Beispiel dafür ist, dass dieser Fonds, der ursprünglich in Luxemburg angsiedelt und von Herrn Schäuble und Sigmar Gabriel selbst kontrolliert sein sollte, jetzt in Athen eingerichtet wird. Sie wollten nicht diesen Fonds mit 50 Milliarden Euro an Vermögenswerten übertragen, die nicht nur Staatseigentum umfassen, sondern auch die Häuser von Menschen, die nicht mehr für ihre Kredite bezahlen können.

Deshalb werden wir es morgen in Griechenland erleben, dass die Banken damit beginnen, die Menschen, die bis jetzt geschützt waren, aus ihren Häusern zu werfen. Dies wird eine Explosion zur Folge haben. In Griechenland ist uns die Heimat heilig.

Eine andere Sache ist, dass die gesamte Mittelschichten diese neuen Maßnahmen nicht überlebt. Die Landarbeiter, die unabhängigen Fachleute, die kleinen Arbeiter. Sie werden einfach nicht überleben. Sie blieben bis jetzt am Leben. Sie hofften, dass die Syriza Regierung einige Dinge ändern würde.

Sie stimmten für Syriza. Und jetzt werden sie brutal mit den neuen Bestimmungen angegriffen. Alle die Leute, die einige Erleichterungen in den letzten fünf Monaten hatten, es waren nicht viele, aber es gab ein paar tausend von Ihnen, die ihre Häuser durch den Staat zurück bekamen. Jetzt müssen sie wieder aus ihren Häusern geworfen werden.

Stellen Sie sich vor, dass sie zur gleichen Zeit, in der die Einkommen sinken und die Arbeitslosigkeit groß ist, 10 Prozent dem Preis des Grundlebensmittelmarken hinzufügen. Nun erreichen wir die Bühne der "IWF Unruhen", wie sie genannt werden. Aber da sich diese "IWF Unruhen" gegen Syriza richtet, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Regierung mit ihren Hubschraubern flüchten muss.

JT: Aber ist es nicht möglich, dass die Regierung eher die Polizei gegen die Leute aufmarschieren lässt? Die Tatsache, dass die Vereinbarung nicht durchsetzbar ist, heißt doch nicht, dass es nicht zu einem sehr schmerzhaften Preis abgewehrt werden wird.

SM: Natürlich, aber die Regierung kann die Menschen nicht zahlen lassen. Sie kann alle möglichen Dekrete heraus geben. Aber die Wahrheit ist, dass diese Denkschrift, die dritte Vereinbarung, ein finanzielles schwarzes Loch erzeugt. Ich kann nicht sehen, wie der Staat dann funktionieren soll.

Die Menschen werden keine Steuern zahlen. Ich werde keine Steuern zahlen. Und schon haben wir Forderungen nach Massen zivilen Ungehorsams in der Gegend, die, wie ich denke,  eine große Fangemeinde haben wird. Ganz abgesehen von der politischen Bewegung. Wir hoffen, dass links von Syriza eine politische Front entsteht, die sagen wird, dass sie die wirkliche Linke bildet. Dass Syriza nicht links ist und dass die Tsipras Gruppe von Syriza ausgeschlossen werden wird.

JT: Aber glauben Sie, dass ein neuer Oxi bloc viele Menschen gewinnen wird, die frustriert sind, weil das Referendum nicht berücksichtigt wurde?

SM: Unter den Menschen gibt es eine Ungläubigkeit, die in Wut dreht. Und wir haben Neuwahlen ..

 

JT: Meinen Sie, es wird Neuwahlen geben?

SM: Sie werden versuchen, sie um jeden Preis zu vermeiden, aber es bedeutet nicht, dass sie es schaffen. Jetzt zum ersten Mal, haben sie es mit Massen zu tun, die wirklich Teil einer politischen Vertretung waren.

 

JT: Ich würde auch davon ausgehen, dass ein solches Oxi Lager offen für einen Grexit eintreten würde. Man würde das nicht in der Dunkeln lassen.

SM: In den nächsten 2 Tagen werden wir über Demokratie und Drachme entscheiden. Tatsache ist, dass wir in den nächsten zwei Tagen entweder einen Grexit bekommen oder eine Zerstörung der Demokratie erleben.

Das Regime, das kommen wird, kann nicht stabil sein. Es wird nicht verfassungsgemäß sein und es wird nicht stabil sein.Alles wird von ihnen geöffnet werden.

Und es entsteht das massenhafte Gefühl, dass die jüngsten Ereignisse - der Verrat von Syriza, der Bruch des Vertrauens durch die Abstimmung der 25. Januar und der Volksabstimmung in der vergangenen Woche - zeigen, dass sich die Menschen auf neue Weise organisieren müssen. Dies ist ein sehr weit verbreitetes Gefühl. Und es wäre schwierig es eingesperrt zu lassen. Es öffnet sich jetzt das Feld einer politischen Anfechtung von einer radikalen Linken, die die Abschaffung der Schulden und die einen Grexit verlangen wird.

 

JT: Ich verstehe. Meine einzige Sorge ist, dass die Gewalt des Staatsapparates die Repression erhöhen wird. Das wäre der einzige Punkt, der eine Veränderung stoppen könnte.

SM: Es ist nicht möglich, diese Vereinbarung ohne Unterdrückung zu verabschieden. Aus diesem Grund setzte Tsipras von Anfang an Faschisten im Ministerium für öffentliche Ordnung eine und es war vor zwei Tagen kein Zufall, dass die Antarsya Demonstration in Athen wieder von Tränengas und außerordentlicher Gewalt auf Seiten der Polizei unterdrückt wurde.

 

Sie können diese Maßnahmen nicht beschließen, sie können keine soziale Katastrophe beschließen. Sie können nicht gleichzeitig die Demokratie und ein Memorandum haben. Dieses Memorandum hat schreckliche Folgen für die Menschen in Griechenland, für die linke und für die Linke international. Es ist ein Betrug, schlicht und einfach. Und wir müssen die Ursachen suchen. Es gibt dafür viele Ursachen.

 

JT: Vielleicht können Sie dieses Problem ein wenig erklären? Was glauben Sie, können einige ihrer Ursachen ...

SM: Ich denke, es gibt viele Ursachen. Beginnen wir mit den weniger signifikanten. Zunächst konnte man sehen, dass  Syriza Führer, d.h. diejenigen, die die Verantwortung in der Finanzpolitik haben, tatsächlich die Rolle der Gläubiger bereits vor langer Zeit eingenommen hatten. Tatsächtlich haben Tsakalotos und Stathakis jeweils eine Halbe Million Euro in JP Morgan und Black Rock investiert. So investierten sie in zwei große Firmen, zwei Unternehmen, die griechischen Schuldtitel besitzen. Wenn jemand von der Führung ...

 

JT: Ihre persönlichen Finanzen dort investiert?

SM: ihre persönlichen Finanzen. Ich habe kein Problem mit jemandem, der reich ist. Sie können reich oder arm sein und auf der Linken oder auf der Rechten stehen. Aber man kann nicht jemand in der Leitung einer Linkspartei sein, die gegen die Gläubigern kämpft. Wenn man selber die Aufgabe hat, diesen Kampf zu führen, kann man nicht mit einer halben Million in den Gläubigern investiert sein.

Es darf einfach nicht getan werden. Es gibt eine riesige Heuchelei hier. Und das Schlimmste ist, dass, als dieses Ding ausbrach - es war Anfang 2014, da sie als Abgeordnete nach dem Gesetz verplichtet waren, ihre Investitionen offen zu legen, haben sie das teilweise verdeckt.

Das war also eine riesige Verschleierung. Aber nur sehr wenige Menschen waren bereit, dem Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine weiterer viel wichtiger Grund war die Ideologie. Diese Leute sind schon sehr früh für die Europäische Union und für Europa eingetreten. Sie haben in den letzten fünf Jahren maßgeblich die Stimmen der Menschen zum Schweigen gebracht, die Anti-EU und Anti-Euro waren.

Natürlich hatten sie eine abgerundete Pseudo-Ideologie, Europanist, die auf eine vollständige Loslösung von den Tatsachen beruhte. Und das führte sie unvorbereitet in die Verhandlungen mit der Troika. Sie bestanden darauf, dass sie eine Art von Kompromiss erreichen. Es gab andere Menschen auf der Linken, die meinten, dass es keinen Kompromiss geben würde.

Wir sagten: "ihr könnt mit denen keinen Kompromiss erzielen." Sie ignorierten das einfach. Und das war so von Anfang an, seit der Zeit, die sie in der Regierung waren. Mein Eindruck ist, dass sie erst im letzten Monat verstanden, dass die andere Seite zu keinen Kompromiss bereit war.

Noch gravierender ist, dass sie überhaupt nichts für einen Grexit vorbereiteten - die wichtigste Waffe überhaupt. Sie waren nicht für einen Kompromiss bereit, aber für eine Kapitulation. Und für sie ist es kein wirkliches Problem. Denn wirklich,  es schwer für mich, dies zu sagen, aber auch nach dem, was sie in den letzten fünf Monaten angerichtet haben,glauben sie immer noch an den Euro. Davon bin ich überzeugt.

 

JT: Viele Menschen verfolgen, was in Griechenland passiert, welche Art von Nachricht haben Sie für sie ?

SM: Ich denke, eine grundlegende Sache wäre für unsere europäischen Freunde: soeben zeigte die Europäische Union ihr wahres Gesicht.

Der Euro ist nicht nur nominale Geld aber ist eine soziale Beziehung, es ist eine Diktatur der Banker und sie können nicht in der Eurozone bleiben und eine linke Regierung haben.

Es hat sich gezeigt: Wir haben die Europäische Zentralbank. Man kann nicht links sein ohne diese Institutionen zu bekämpfen. Die weitestgehende Definition der Linken ist, für die Befreiung und Gleichheit einzutreten. Sie können nicht für Gleichheit und Befreiung unter einem Regime der Finanzdiktatur eintreten.

 

JT: Vielen Dank Professor Marketos, für Ihre Zeit.


Wichtiger Hinweis:

Dieser Inhalt wurde ursprünglich von TELESUR auf der folgenden URL veröffentlicht: http://www.telesurtv.net/english/bloggers/This-is-a-Betrayal-Interview-with-Professor-Spyros-Marketos-20150715-0003.html

Wenn Sie beabsichtigen, diesen Inhalt zu benutzen, müssen Sie diesen Hiweis, die Quelle www.teleSURtv.net/english und einen Link zum Original-Artikel angeben.

This content was originally published by teleSUR at the following address: http://www.telesurtv.net/english/bloggers/This-is-a-Betrayal-Interview-with-Professor-Spyros-Marketos-20150715-0003.html  If you intend to use it, please give this hint, cite the source www.teleSURtv.net/english and provide a link to the original article.

This is a Betrayal: Interview with Professor Spyros Marketos 0 Comments + ​Professor Spyros Maketos teaches at the Aristotle University of Thessaloniki, is a member of the Truth Committee on Public Debt and a member of Antarsya. Professor Spyros Marketos Joshua Tartakovsky (JT): Professor Spyros Marketos, how are most people in Greece reacting to the memorandum? Obviously people to the left of Syriza or even within Syriza are not happy but, the how does the vast majority, those who voted No in the referendum, view the agreement? and what is the media saying about the agreement? Sypros Marketos (SM): I can only give my impressions. Here we don’t have solid data on this but the first sentiment seems to be a numbing of the public. People were really joyous after the last plebiscite. After all this joy, this victory, the complete turn around of the government left them with no joy and there was agony until last morning and now people don’t really believe what had just happened. There is a large percentage of the people who are incredulous about what is happening but there are others that are very angry because this is not the first time something like this happens in Greece. Papandreou was elected promising to give money, and he imposed the first memorandum. Samaras has been elected as anti-memorandum and he imposed the second memorandum, and now Tsipras has been elected with the promise to tear the memoranda and now he brings the third memoranda. So people are now much less credulous and gullible than they were towards the previous governments before. Secondly, people know that the road to the memorandum leads only to disaster. They don’t have the hope that many of them had at the time of the Papandreou or Samaras. Thirdly, people are tired of the pro-Euro propaganda. The actions of the Troika, especially in the last five months, alienated a huge number of people, mainly along class lines and age lines. The poorer you are and the younger you are, the less you believe that the solution is what Mr. Schäuble proposes. JT: What would you say to those argue that Prime Minister Tsipras had no choice but to accept the agreement and that a Grexit would have been too dangerous and that therefore he had to make a compromise. How would you respond to that? SM: This is a very spurious argument. Actually, the sad thing is that Tsipras had betrayed the people even before the referendum. He did not betray them only by signing the third memorandum, this was a forgone conclusion. In the five months that he governed, Tsipras did nothing to prepare for even a chance of a Grexit. He should have made a plan. He did not do anything along these lines. There is the Varoufakis interview in the New Statesman yesterday, where he openly accuses Tsipras and says that Tsipras did not allow him to develop a Grexit plan. He says that clearly. Also, what was very remarkable was that when Tsipras called the referendum, he did not work towards the victory of the No vote, which he claimed that he supported. No. He did the absolute minimum. And his ministers also were absent. They spent all day in the TV stations but in the week before the referendum they were silent. Very few of them went to the site. Only Lapavistas, George Katrougalos, and a few others. JT: But Tsipras did go and speak in Syntagma, right before the referendum, and he told the people to vote. SM: Yes, that’s what he did. He could not do otherwise. But he did the absolute minimum. So it makes very credible the claim that actually he wanted to have a Yes vote, that would give him a way out. Actually what I found even more impressive, and not enough has been commented on it, was that after the victory of the No camp, Tsipras disappeared. He did not go to the people, he did not do the normal things which one would be expected after every victory. You go to the people, you pass the message that you want to pass, you express your congratulations, you celebrate together. Tsipras disappeared. And also, most of the other ministers of the government disappeared. Their behavior was the behavior of someone who lost the referendum, not who won the referendum. So it was a forgone conclusion that they would succumb to the Schäuble-Merkel pressure. When the Tsipras team went to the Eurogroup meetings, also they were unprepared and they did not put a serious fight. And after all this, Tsipras comes back and asks the people to support this sell-out without any argument. He has nothing to show. No argument. He thinks that we forgot that five months ago he claimed that he would just tear up the memorandum. He just says that “ok, I did what was best”. But if it was like that, he should and could have just left the government. JT: How would you respond to the argument that Tsipras did what he did because most Greeks want to stay in the Euro and therefore he did not have a mandate to leave the Euro? SM: It was very clear that 61.3 percent that voted in the referendum did this in full cognizance of the fact that almost everybody told them that the consequences would be to get out of the Euro, if they vote No. They voted No anyway. This was a referendum, it was not a Gallup poll. Everyone, behaves, in the government and media, as if it was just a Gallup poll, a survey. Something that disappeared that they don’t talk about. They try to make the people forget about it, but the people did not forget about the referendum. They knew that probably, a consequence of a No, would be a Grexit and yet they voted. And even Tsipras stated this at some point. JT: If you can please tell me the latest news of what is going on, and more importantly, how are most people, not people to the left of Syriza, but most people, view the last agreement that just agreed on but was not approved yet. SM: The latest news brings great hope. There was supposed to be a meeting of the Central Committee of Syriza today, but it has been postponed. It seems that the leading group, the traitors, as the rest of the Left already calls them, don’t have the majority in the Central Committee of Syriza, but we will see what happens when the time comes. Also the right-wing coalition member, the Independent Greeks, threatened that they will not vote for the measures. This is doubly significant if they finally do so. That is because on that one hand this weakens even more the New Memoranda alliance and also because if the Independent Greeks stand as an opposition to the new measures, the popular opposition to austerity in reaction to the agreement will not shift towards Golden Dawn which otherwise would be the main beneficiary of the Tsipras policy. They may shift to the Independent Greeks instead. So it seems that it will not so easy for them to pass the measures in the Hellenic Parliament. The resistance that they meet in their own parties is much greater than Tsipras expected. Exactly as what happened with the plebiscite. They did not expect the No vote to win. JT: Does Tsipras have to bring the agreement to the Central Committee of Syriza? SM: No, he does not have to. But it is different what they will do in the Central Committee and what they will do in parliament. In the parliament they cannot pass the measures without the support of the right-wing deputies of New Democracy, Potami, and Pasok, but in this case, it will be very difficult to keep Syriza together. It seems that a big part of the Syriza deputies, much bigger than expected, it seems that even around 75 deputies will desert them. And this changes entirely the political data because quite probably when they convene the party organs it is is very conceivable that instead of expelling the Left opposition, they (the Tsipras pro-Memorandum camp) might be expelled from Syriza. And it would prove that the ones who support the new memorandum are just a group of 40 or 50 people around Tsipras who sold out. What is very impressive in the social media and from the things that we hear around is that many people who would be expected to support this memorandum actually speak very openly against it. It surprised me, and I suppose it surprised them as well. JT: What is expected in the next few days? There is a strike planned for Wednesday, the vote in the parliament is also on Wednesday, the banks are still closed but actually the transportation will not be free from Wednesday, because it expires. So what do you think will happen in the next few days and what do you see developing as it is going now. SM: I think it is obvious that the banks will not open before we have a resolution of the conflict, one way or another. So they will not open before either the government passes the Troika plan, which I find less and less probable. JT: But couldn’t they pass it with a majority from the opposition? If they get Pasok, New Democracy, couldn’t they get it passed? SM: Of course, they would get it, certainly. They would pass the agreement. But it is one thing to vote for certain laws, it is another thing to implement them. It is quite probable that if they would try to do it, the Syriza government would end up fleeing…. I find it very difficult for them to impose the laws, to turn them into reality. The social reaction will be huge. You just have to look at the provisions of the agreement. They will create a social explosion. Probably this was one of the objectives of Mr. Schäuble and Chancellor Merkel. They want to discredit the Left in Greece forever. That’s why we must call a spade a spade and a treason a treason. And not give them the benefit of the doubt. They betrayed everything they stood for until yesterday, they betrayed everything the Left stands for, and we must not hide this. If we hide this, we allow all Left to be tainted by their betrayal. In fact, with every day that passes it seems that not only the voters and the supporters of the Left but also the cadres of Syriza stand against this choice. JT: Assuming the government will try to implement the agreement, you said they will run into difficulties very quickly. Can you please give me an example or two of what kind of difficulties they can run into? And what would Germany do in that kind of a situaiton? It could just take more and more assets of the country instead. SM: Nobody knows what will happen. One example is that they wanted to transfer to this fund, which was originally to be based in Luxembourg, and was controlled by Mr. Schäuble and Sigmar Gabriel themselves, but now it will be controlled by corporate capitalists, and will be based in Athens, they wanted to transfer to this fund 50 billion Euro of assets, which would not be only state assets but also the homes of people who cannot pay for their loans. So, we are going to see tomorrow in Greece, the banks begin to throw out of their homes people who until now have been protected. This will create an explosion. In Greece, the home is sacred. Another thing is that there is a whole middle strata that cannot survive the new provisions. The agricultural workers, the independent professionals, the small jobs. They simple cannot survived. They stayed alive up to now. They hoped that the Syriza government will change some things. They voted for Syriza. And now they are being viciously attacked with the new provisions. All the people who have seen some benefits in the last five months, they were not many, but there were a few thousand, whose homes were given back to them by the state, now they have to be thrown again out of their homes. Just imagine that at the time of contraction of incomes and of huge unemployment, they are going to add 10 percent to the price of basic food stamps. Now we’re entering the stage of the IMF riots, as they are called. But these IMF riots will be against Syriza, it is quite probable that it will send the government to the helicopters, they will flee. JT: But is it not possible that the government will actually turn the police against the people. So the fact that the agreement is not implementable does not mean it will not happen at a very painful price. SM: Of course, but the government cannot make people pay. It can decree whatever it wants but the truth is that this memorandum, the third memorandum, will create a financial blackhole and I cannot see how the state will go on functioning in this condition. People don’t pay their taxes. I will not any taxes. And already we have calls for mass civil disobedience in the area which I think will receive a big following. Quite apart from the political movement. We hope to form to the Left of Syriza a political front, that will say that we are the real Left. That Syriza is not Left and that the Tsipras group will be expelled from Syriza. JT: But do you think that a new Oxi bloc can attract many people who are frustrated by that the referendum was not honored? SM: Among the people there is an incredulity which is turning to anger. And we have new elections.. JT: You think there will be new elections? SM: They will try to avoid them at any cost but it does not mean that they will manage. Now for the first time you have masses that have been truly part of an habitual political representation. JT: I would also assume that such an Oxi camp would call openly for an Exit. It wouldn’t be in the dark on that issue. SM: In the coming two days we will have to decide between democracy and drachma. The fact is that in the next two days we will either have a grexit which is still quite probable or destruction of democracy. The regime that will result in the later will not be stable. It will not be constitutional and it will not be stable. Everything will be opened by them. And there is a mass feeling that the recent events, the betrayal by Syriza of the trust placed by the vote of 25th of January and of the referendum last week, it shows that people mus organize in different ways. This is a very widespread feeling. And it would be difficult to contain it. It opens the field for political contestation now from a radical Left that will demand abolition of the debt and a Grexit. JT: I understand. My only concern is that violence of the state apparatus will increase the repression. At some point that may be the only thing which can stop a change. SM: You cannot pass this agreement without repression. This is why from the beginning Tsipras put fascists in the Ministry of Public Order and it was not by chance that two days ago that Antarsya demonstration in Athens had been again repressed by tear gas and extraordinary violence on part of the police. You cannot pass these measures, you cannot pass a social catastrophe. You cannot have democracy and a memorandum. This memorandum has horrible consequences for the people in Greece, for the Left and for the Left internationally. It is a betrayal, pure and simple. And we must search its causes. There are many causes for this. JT: Maybe you can touch this issue a little bit and explain what do you think may be some of its causes… SM: I think there are many causes. Let’s start from the less significant ones. First of all, one could see that the Syriza leaders, the people who have the responsibility of financial policy, actually they had taken the part of the creditors long ago. Actually Tsakalotos and Stathakis, have invested a half a million each into JP Morgan and Black Rock. So they invested into two huge firms, two corporations that deal in Greek debt. If somebody from the leadership… JT: Their personal finance was invested there? SM: Their personal finances. I have no problem with someone being rich. You can be rich or poor and be on the Left or on the Right. But you cannot be somebody in the leadership of a Left wing party that fights against creditors, has the responsibility of this fight, and invests half a million in these creditors. It simply cannot be done. There is a huge hypocrisy here. And the worse thing is that when this thing broke out, it was in the beginning of 2014, because they were elected as deputies so according to the law they had to declare their investments, so they had partly covered them. So this was huge. But very few people were willing to pay attention. Another much more important reason was the ideology. Because these people have made from very early on an ideological commitment that we are with the European Union, we are for Europe. They were instrumental in the last five years in drowning the voices of the people who were anti-European Union and anti-Euro. Of course they had a whole pseudo-ideology, Europanist, that was based on a complete disassociation from the facts. And this led them to go to negotiations with the Troika without being prepared at all. They were adamant that they would have some kind of compromise. There were other people on the Left who were telling them that there would be no compromise. “They cannot compromise with you.” They just dismissed us. And this happened from the beginning, since the time they were in government. My impression is that only in the last month they understood that the other side was serious, that there would be no compromise. And that it would be even more serious since it showed that they didn’t prepare at all for a Grexit which was the most serious weapon. So they were prepared, not for a compromise but for a surrender. And for them it is not a real problem. Because really I believe, it is hard for me to say this but even after what has conspired in the last five months, they still believe in the Euro. I believe this. JT: Many people are following Greece, what kind of message you would have for them? SM: I think the one basic thing would be for our European friends, that now the European Union showed its true face. The Euro is not just nominal money but is a social relationship, it is a dictatorship of the bankers and you cannot stay in the Eurozone and have a left-wing government. This has been proven. We have the European Central Bank. You cannot be on the Left and not fight these institutions. The widest possible definition of the Left is that it fights for liberation and equality. You cannot conceivably promote in any way equality and liberation under a regime of financial dictatorship. JT: Thank you Professor Marketos, for your time.

This content was originally published by teleSUR at the following address:
http://www.telesurtv.net/english/bloggers/This-is-a-Betrayal-Interview-with-Professor-Spyros-Marketos-20150715-0003.html. If you intend to use it, please cite the source and provide a link to the original article. www.teleSURtv.net/english


This content was originally published by teleSUR at the following address:
http://www.telesurtv.net/english/bloggers/This-is-a-Betrayal-Interview-with-Professor-Spyros-Marketos-20150715-0003.html. If you intend to use it, please cite the source and provide a link to the original article. www.teleSURtv.net/english

 
 

Übersetzen


 
 

Recommended Videos